Sonntag, April 09, 2006
Die Reiseroute
Bild: www.wikipedia.deLabels: Australien, Bangladesh, Indien, Indonesien, Iran, Malaysia, Myanmar, Pakistan, Singapur, Thailand, Türkei, Überland, Weltreise
Freitag, März 03, 2006
Hoehlenklettern zum Strand
Im Kletterparadies von Tonsai-Beach haben sich Marius und mein Weg wieder getroffen. Unser freudiges Wiedersehen belohnten wir gleich am Abend mit einer gourmetmäßigen Fischplatte (Barrakuda wurde serviert) und ein, zwi, drei, vier Bier :) Der nächste Tag wurde entsprechend langsam angegangen, aber sollte einen großartigen Verlauf nehmen.So sollte es der Tag meines Jungfernkletterns werden und das gleich im Mekka aller Felsenhänger und Magnesiafinger. Marius, ein mittlerweile "dorf"bekanntes Gesicht, organisierte im Handumdrehen das nötige Equipment, und dann konnte es auch schon losgehen. Zunächst mussten wir um eine Bucht herumlaufen, um dann nach 20 Minuten Strandwanderung den Felsturm zu erreichen, den es zur Hälfte zu erklimmen galt. Hüftgurt angeschnallt, Karabiner eingehakt, Stirnlampe aufgesetzt, und dann ging es bergauf. Ich muss schon sagen, ein wahrhaft erhebendes Gefühl, so in der Wand zu hängen.Unterhalb leuchtet das türkisblaue Meer samt seines weißen Strandes und ringsherum ragen die skurrilen Felsformationen dieser Gegend - einfach genial und gewiss ein Highlight!
Auch wenn das Wort Highlight nur der halben Wahrheit entspricht. Denn "hoch" oben waren wir zwar schon, aber um das "Licht" sollte es von nun an schlecht bestellt sein. Es wartete nämlich eine stockfinstere Höhle auf uns, durch die wir 20 Minuten lang mit Stirnlampen bewaffnet hindurchklettern mussten. Die Belohnung war dafür phänomenal. Denn am anderen Ende gelangten wir an einen absolut herrlichen Traumstrand, der sonst nur per Boot zu erreichen ist. Die Abkühlung war ein Hochgenuss, bevor wir uns vor Sonnenuntergang wieder auf den Rückweg machten.
Euer Kletteraffe David
Labels: Thailand
Dienstag, Februar 28, 2006
Fische streicheln im Schorchelparadies
Es ist einiges geschehen seit meinem letzten Besuch im völlig überteuerten Internet der Inselstrände Südthailands. Nach der vollständigen Erholung meiner Lebensmittelvergiftung, die ich während meines achttägigen Aufenthalts an dem Traumstrand von Ko Phangan vollzogen habe (ich habe wohl in meinem Leben noch nie so viel geschlafen), sollte es nun weitergehen auf die Nachbarinsel Ko Tao. Diese Miniinsel ist das Taucherparadies schlechthin in Südostasien, und so gab es auch für mich nur ein Ziel, zwar nicht tauchen, dafür aber zu schnorcheln.Gesagt, getan, Schnorchel gekauft, auf die Insel geschippert, und rein in die klare Suppe. Und da war sie, diese grandiose maritime Flora und Fauna des Korallenriffs von Ko Tao. Freunde, ich sage Euch, ich hatte eine Freude wie kleine Kinder sich freuten als 'Mortal Combat Deadly Alliance' endlich auf der Gamecube Konsole erschien:
Blaupunktrochen, Soldatenfische, gestreifte Schnepfenmesserfische, Steinfische, Zackenbarsche, Papageienfische, Schiffshalter, Makrelen, Barrakudas, Falterfische, Kaiserfische, Anemonenfische, Lippfische, Doktorfische, Thunfische, Feilenfische, Sailfische, Igel- und Kugelfische, Krebse, Kofferfische, und, und, und. Und ich mittendrin :) Es ist eine Sache, wenn ich zuhause meinen Wellensittich "Emig" streichle, aber es ist eine andere, wenn ich in den Weichkorallen im Golf von Thailand einen Riffbarsch am Bauch kraule :)
Die Zutraulichkeit der Fische explodiert förmlich, wenn man in Plastiktüten eingepacktes Toastbrot oder Bananen mit sich trägt. Im Nu ist man umgeben von Heeresscharen von Fischen, die in den schillerndsten und buntesten Farben durch das türkisblaue Meer leuchten - sagenhaft. Und die Moral von der Geschicht': "Hat man zu viele Fisch erkannt, ist er schon da der Sonnenbrand." :)
Nach 3 Tagen Extreme-snorkelling und Extreme-sunburning, merkte ich aber langsam, dass es wieder Zeit wurde, aufs Festland und voran zu gehen, und es umarmte mich das Reisefieber. Also machte ich mit der Nachtfähre los in Richtung Westküste, wo mich im Klettermekka von Tonsai Beach bereits Marius erwartete. Auf dem Weg dorthin hatte ich jedoch noch eine Rechnung zu begleichen.
Der Stachel des gescheiterten Versuchs, über Land durch Myanmar zu reisen, saß tief, und schon seit einigen Tagen spielte ich mit dem Gedanken, auf dem Weg an die Westküste einen so genannten Visa-Run mitzumachen. Dies machen viele Langzeitthailandurlauber, die ihre Visas verlängern müssen und zu diesem Zwecke kurz ins Ausland und dann wieder zurück nach Thailand reisen. Und so war es nicht unpraktisch, dass genau auf meiner Route ein Grenzübergang nach Myanmar lag, der allerdings nur mit Boot zu erreichen ist. Mir egal. Drei Stunden kostete mich der Umweg, dazu fünf Dollar und ein nasser Rucksack. Und dann war ich genau 10 Minuten in Myanmar. Stempel im Pass und schwups, die Länderlücke ist geschlossen, juhu :)
Lückenlose Grüße aus dem Süden
Euer David
Foto: www.wikipwdia.de
Labels: Thailand
Donnerstag, Februar 23, 2006
Deep Water Soloing
Puh, was ist passiert, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe? Also zuerst bin ich von Bangkok auf die Inseln Ko Tao und Ko Phangan, bevor ich an die Westküste nach Tonsai gefahren bin. Die Bucht von Tonsai ist ein Klettergebiet - und zwar eines für all diejenigen, die beim Klettern nicht auf Palmen, Strand und Meer verzichten wollen :) Hier hatten dann Alain aus Colorado und ich sechs geniale Tage, die wir damit verbrachten, hippelig unter Palmen zu frühstücken, danach am Strand oder im Jungel an aberwitzigen Felsstrukturen zu klettern, um uns anschließend wieder im Meer abzukühlen. Danach ging's regelmäßig zum slacklinen und chillen in eine der Strandbars unter den Palmen - es war einfach traumhaft. Dieser an sich schon paradiesische Tagesablauf wurde ab dem 7. Tage noch getoppt, als wir Matt Maddeloni trafen.
Dieser erstellte gerade ein DVD-Guidebook und drehte einen Film über das Deep Water Soloing (DWS), einer noch relativ unbekannten Form des Sportkletterns. Beim DWS klettert man ohne Seilsicherung direkt über dem Meer, um im Falle des Versagens per Sprung ins Wasser doch recht zügig wieder "abzusteigen". Falls man jedoch nicht versagt, hat man das Probelm des längsten Abfluges ins kühle Nass ;).
Als Matt uns das Angebot unterbreitete, ihn ein paar Tage bei seiner Arbeit zu begleiten und mit ihm zu klettern, offenbarte sich Alain und mir die Chance unseres Lebens. So ging es dann drei Tage lang per Longtailboat zu den Felsen raus aufs Meer, um von dort per Kajak an die Einstiege der Routen zu gelangen. Ab hier nahm das eigentliche Schauspiel seinen Lauf. Es wurde geklettert und geklettert, höher und höher soweit es irgendwie ging, bis wir uns völlig entkräftet an irgendeinem Griff festklammerten und es weder vor- noch zurückging. Da hingen wir dann zwar ohne Kraft in den Händen, aber mit einem atemberaubenden Tiefblick auf das tiefblaue Wasser unter uns - und mit butterweichen Knien vor Angst. Wir pusteten und schnauften, wimmerten um Hilfe und suchten verzweifelt nach irgendeinem Ausweg. Doch es half nichts, die Einzige Rettung war das Meer, nur leider sehr viel tiefer! So kam es dann irgendwann schließlich, als alle Kraft aufgebraucht war …"Aaaaaah…" – Plaaatsch. Die angestaute Anspannung entlud sich beim Loslassen und dem damit verbundenen Abflug in die Tiefe mit einem gewaltigen Urschrei, der selbst die besten Johnny Weißmüller Schreie um Längen überbot, bevor der Knall des Eintauchens ertönte. "Ich lebe, ich schwimme... total irre! Einfach genial! Der absolute Hammer! Wahnsinn!" Total infiziert von diesem ultimativen Kick, suchten wir uns immer höhere und ausgesetztere Routen, um diesen Wahnsinn zu wiederholen und uns immer wieder den gleichen Kick zu holen: Und immer wieder ..."Aaaaaah…" – Plaaatsch. Völlig krass! Echt, Deep Water Soloing ist das Größte und Aufregendste, was ich bisher erleben durfte und einfach herrlich genial.
Der glückliche Umstand, dass Matt mir dann noch die Erstbegehung der einfachen Variante auf die große Sintersäule des Ao Nang Towers (siehe Foto) zusprach und diese im kommenden Führer als OZIN3 (5c) betitelt werden wird, schmeichelt mir natürlich besonders :)
Mit erdbeschleunigten und adrenalingeschwängerten Grüßen aus Tonsai
euer marius
Labels: Thailand
Sonntag, Februar 19, 2006
In Memoriam - Sonnenkind
Mit jeder eingeatmeten Prise frischer Meeresluft und mit jedem waermendem Strahl, den das Zentralgestirn an mich verschenkt, gedenke ich meiner guten und lieben Freundin Manuela Zimmermann, mit der ich vor neun Jahren genau hier an diesem herrlichen Flecklein Gottes Erde gesessen und genossen habe. Sie verlor nur wenige Monate danach, am 3. Oktober 1997, bei einem tragischen Autounfall ihr junges und quirliges Leben.
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Ela, Deine erfrischende Frohnatur und Dein herrlich ansteckendes Sonnengemüt vermisse ich noch immer und in unverblasster Art und Weise. Ganz besonders aber hier an diesem, unserem Sonnenort. Danke.
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Mein besonderer Gruß gilt der Familie Zimmermann und meinem Freund Toni Liccione.
Labels: Thailand
Sonne, Saft und Samba
Hier bin ich also wieder, im "Sea Flower Bungalow" von Ko Phangan, einer Insel, knappe drei Stunden Schiffahrt entfernt von der Ostküste im Süden von Thailand. An diesen Ort und dessen unerhört entspannte Atmosphäre denke ich spätestens seit Kalkutta. Schon vor Jahren war ich einmal hier und hatte gemeinsam mit einem bunt zsammengewürfelten Haufen Backpacker aus allen Herren Ländern eine herrliche Zeit. Und meine Bedenken im Vorfeld widerlegend, zeichnet sich dieser traumhafte Ort nach wie vor durch eine nationenübergreifender Familiarität und einzigartige Entspanntheit aus. Ausruhen, chillen und runterkommen wird hier ganz GROSS geschrieben. Und das war auch höchste Zeit.Wieviel ich meinem Körper in der letzten Zeit zugemutet habe, merke ich erst jetzt, wo die Regeneration quasi an den Palmen hängt. Schon lange habe ich nicht mehr so viel geschlafen. Meine maximale Bewegungsamplitude erstreckt sich derzeit von der Hängematte an den Strand, zur Saftbar und wieder zurück zur Hängematte. Der höchste Pulsausschlag mit 89 Schlägen pro Minute ereignet sich bestenfalls während des verträumten Schlenderns am Strand, beim versehentlichen Stolpern über eine Kokosnuss. Die Wassertemperatur unterscheidet sich in keinem Grad von der 28-celciussigen-Umgebungsluft :), was zu dem Badewannenfeeling in der seichten Korallenlagune beisteuert. In aller Regel schnappt man sich gegen Nachmittag einen Strandstuhl und hockt sich samt diesem und einer Coke ins Wasser und genießt das Bild der Palmen, Strandhütten und des weißen Sandstrandes. Es lässt sich aushalten :)
Aber es gab auch schon Aktionismus. Zusammen mit einer Engländerin und einem Finnen ging es gestern daran, die Insel zu erkunden. Wir haben uns ein paar Scooter ausgeliehen und sind quer über die Insel gefräst. Das Highlight bildete dabei unser Dschungel-Gekraxel hinauf an den tollen "Paradise"-Wasserfall, der mit etlichen kleinen, natürlichen Wasserwannen aufwartete und uns somit eine willkommene Erfrischung anbot, die wir herzlich gerne annahmen.
Da ich mich aber jetzt langsam wieder meiner Hängematte widmen muss, die ansonsten so vereinsamt, verabschiede ich mich für heute von Euch mit einem türkisgrünen Meereswassergruß und schicke Euch einen dicken wohlwolligen Sonnenstrahl direkt in Euere Backen.
Euer David
Labels: Thailand
Mittwoch, Februar 15, 2006
Emergency Room in Bangkok
Die soll nur ein kurzer Lagebericht sein, für alle Eltern und andere Besorgten. Nach meinem "Voll-Knockout" die letzten Tage, der mich immerhin bis in den Emergency Room des Mission Hospitals gebracht hat, bin ich wieder bei Kräften. Nachdem ich die letzten Tage in meinem 35 Grad Celcius Hotelzimmer mit benachbarter Disse und bestens gelaunter Musiklautstärke versucht habe, mich zu erholen von den Schwindelanfällen, Übelkeit, Diarrhöe und Schädelweh, kam gestern Nacht relativ plötzlich die Besserung.Mittlerweile fühle ich mich auch stabil und transportfähig, und deshalb geht es in knapp einer Stunde los in den Süden, wo die Strände warten! EEENDLICH! Nach jedem Tief kommt ein Hoch, nach jedem Berg ein Tal oder wie rum auch immer :)
Sonnige und gesündere Grüße David
Labels: Thailand
Sonntag, Februar 12, 2006
Bin klettern... :)
Montag, Februar 06, 2006
Kulturschock in Bangkok
Obwohl er sich für mich schon seit Mitte Oktober angedeutet hatte, so erfasste er mich dennoch mit seiner ganzen Wucht - der Flug über das nur schwer zu durchquerende Myanmar und Bangladesh nach Bangkok. Denn bisher hatte sich durch unser Überlandreisen alles nur sehr langsam verändert: Die Landschaften, die Menschen, die Gerüche, die Religionen, die Klänge, ja sogar das Essen. Alles meist nachvollziehbar, oft logisch beinahe in seiner kleinsten Einheit. Was ich aber erlebte, als mich der Airportbus abends nach dem Flug in der Khao San Road ausspuckte, kann man - glaube ich - getrost als einen Kulturschock maximalsten Ausmaßes bezeichnen. Ich landete nämlich mitten in einer bombastischen Touristenmeile. Während ich am Vormittag in Kalkutta noch von Menschen mit amputierten Extremitäten angebettelt worden war, versuchte mich nun halb Bangkok in irgendeine Disko zu zerren. Während am Morgen noch Menschen neben mir auf der Straße lebten, saßen nun Deutsche und Engländer in den völlig überfüllten Straßencafés und grölten zur Bundesliga bzw. zur Premier League. Anstatt hinduistischer Klänge schallte urplötzlich westliche Rockmusik zu mir herüber. Und anstatt des Ammoniakgeruchs vernahm ich nun Biergeruch oder den Duft von Sonnenöl. Die Menschenmassen, die sich mir mir auf dem Weg in meinen Backpacker entgegendrängten, waren meist mit Bierflaschen bewaffnet und gekleidet, als läge am anderen Ende der Straße Bondi Beach. Puh, ich war echt völlig von der Rolle, traute mich anfangs gar nicht so recht ins Getümmel, irrte planlos durch die Gegend.Um dem ganzen noch eins draufzusetzen, fuhr ich am nächsten Morgen gleich in die Shoppingmeile dieser Asienmetropole, dem Siam Square. Dort war der Fußboden vermutlich sauberer als der eine oder andere Teller, von dem David und ich in den letzten Wochen gegessen hatten ;)mittlerweile aber gut in Thailand eingelebt ;)
euer marius
Labels: Thailand

